Diesmal geht es um die sogenannten Smart-Lists - intelligente Freundeslisten - und die damit einhergehenden Filtermöglichkeiten auf der Startseite.
Dieser Artikel ist für die Facebook-Seite facebook.com/fb.privatsphaere geschrieben.
Wie immer, wenn große Netzwerke/Webseiten neue Funktionen einführen, werde diese behutsam und langsam veröffentlicht - sprich nach und nach allen Nutzern zugänglich gemacht.
Das Prinzip der klassischen Freundeslisten habe ich vor kurzem in dem Artikel 10 wichtige Privatsphäre-Einstellungen, die jeder kennen sollte beschrieben. Diese Funktion gibt es an sich also schon sehr lange. Eine interne Studie von Facebook hat allerdings ergeben, dass weniger als 5% diese Listen auch nutzen. Recht ernüchternd und ein Zeichen dafür, dass man es besser machen kann. Die Nutzer finden schlichtweg keine Freude daran ihre Freunde zu kategorisieren, da es doch ein wenig Aufwand ist. Hier kommen die Smart-Lists ins Spiel.
Das hat Facebook nun auch erkannt und möchte das Ganze transparenter gestalten. Dazu werden die Freundeslisten auch mal erklärt:
Um zusätzlich die Freundeslisten populärer zu machen werden nun jedem automatisch Freundeslisten erstellt - die Smart-Lists:
So kann man beispielsweise eine Liste von Freunden im Umkreis von 50km erstellen lassen und somit erfahren, was in der Umgebung los ist. So ist es dann auch möglich, Statusupdates nur dieser Liste zugänglich zu machen, ohne Freunden aus anderen Städten "auf die Nerven" zu gehen.
Ein Algorithmus von Facebook wird auf Grund der Daten, die im Pofil hinterlegt ist, Vorschläge für die Liste machen (rechte Spalte).
Desweiteren gibt es zwei neue Listen:
Diese Listen sind keine Smart-Lists. Trotzdem sind sie etwas spezieller. Facebook ordnet, anders als bei den Smart-Lists, keine Freunde automatisch ein. Wenn man einen guten Freund beispielsweise zu "Enge Freunde" hinzufügt, taucht dieser prominenter im News-Feed auf. Und auf der anderen Seite, wenn man jemanden in der Liste "Bekannte" einordnet, taucht diese Person nur selten auf - und wenn, dann nur bei "größeren" News. Beispielsweise wenn viele Interaktionen von Freunden mit einer Meldung des Bekannten verknüpft sind.
Das reine Anlegen dieser Listen bringt noch nichts. Wenn man bestimmte Inhalte nur mit bestimmten Personenkreisen teilen möchte, dann sollte man beim Erstellen entsprechender Meldungen auch diese Listen als Zielgruppe auswählen. Das geht seit neustem auch gut mit der neuen Statusbox - die beschreibe ich im Artikel Facebook Privatsphäre - Was sich alles ändert.
Der News-Feed ist die Startseite auf Facebook, auf der chronologisch alle Meldungen der Freunde erscheinen. Der News-Feed wird unterteilt in die "Hauptmeldungen" und die "Neusten Meldungen".
Um die neue Transparenz durchzuziehen, kann man hier nun ähnlich wie bei der Konkurrenz (bei Google+ heißen die Listen Circles) seine Freundeslisten auswählen, die im News-Feed angezeigt werden sollen.
Nachdem man eine Liste ausgewählt hat, werden in der rechten Spalte die entsprechenden Kontakte (ich mag das Wort mehr als "Freunde" - ich schreibe es je nach Laune) angezeigt, die in diesem spezifischen News-Feed vorkommen. Darunter werden Vorschläge gemacht, wer in diese Liste passen könnte.
Facebook erklärt die News-Feed Verwaltung
Nun muss man nicht mehr den Umweg über komplizierte Optionspfade gehen, sondern kann direkt auf dem Profil eines Freundes die Listen auswählen, in dem man ihn ablegen möchte - sehr viel einfacher...und irgendwie wie bei Google+.
An sich ändern sich die Einstellungen nicht. Es wird nur alles etwas komfortabler und transparenter gestaltet. Das ist eine klare Reaktion auf das neue Soziale Netzwerk Google Plus - auch wenn Facebook offiziell das Gegenteil behauptet. Am Ende gewinnen endlich mal die Benutzer - denn Konkurrenz belebt das Geschäft. Alles in allem geht die Entwicklung in die richtige Richtung und die vorhandenen Einstellungsmöglichkeiten mit Hilfe der Freundeslisten werden dem breiten Publikum zugänglicher gemacht.
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